Selbstverteidigung


Die Befähigung zur Selbstverteidigung ist mein Hauptanliegen bei der Vermittlung philippinischer Kampfkunst.

Auf den ersten Blick scheinen die FMA Waffenkampfkünste zu sein und daher nicht geeignet als Selbstverteidigungsssystem in unserer heutigen Zeit. Dies ist allerdings ein gewaltiger Trugschluss.

Ganz abgesehen davon, dass man man in den FMA auch die waffenlose Selbstverteidigung lernt: es gibt unzählige Alltagsgegenstände, die sich spontan zur Selbstverteidigung in eine Waffe verwandeln lassen.
Denken Sie an Handys, Handtaschen, Kugelschreiber, Regenschirme, Geldmünzen, Schuhe und und und.

Die Körpermechanik, die durch das Training mit Stöcken oder Klingen verinnerlicht wird, lässt sich intuitiv mit jedem denkbaren Alltagsgegenstand – aber auch mit bloßen Händen – umsetzen.

Und dies ist das Verdienst des besonderen Trainingskonzepts der FMA.

Durch das Training mit Waffen fällt es leichter Koordination, Kraft, Distanzgefühl und saubere Technik zu lernen und zu lehren. Die Bewegungsprinzipien, die im Waffenkampf erlernt werden lassen sich dann unkompliziert auf die Anwendung ohne Waffen übertragen.

Das Training mit Waffen erfordert mehr Respekt und Rücksichtnahme und das Sparring mit Waffen zusätzlich mehr Mut und Taktik.

Dies alles sind Attribute, die auch im waffenlosen Kampf unverzichtbar sind und aus dem Training mit der Waffe heraus intensiv ausgebildet werden.

Zudem sind meiner Meinung nach Abwehrtechniken gegen bewaffnete Angreifer nur dann sinnvoll zu trainieren, wenn der Partner in der Lage ist sich mit einer Waffe realistisch zu bewegen und wenn man selber weiß, was eine Waffe in geschulter Hand anrichten kann.

Darüberhinaus integrieren viele FMA-Stile spezielle waffenlose Techniken etwa das aus dem Kung-Fu oder Jeet-Kun-Do bekannte Trapping oder auch Box- und Tritttechniken aus dem Muay Thai und dem westlichen Boxen sowie Hebel- und Bodentechniken aus japanischen und südamerikanischen Kampfkünsten.

Wichtig ist mir, das Erlernte auch auf Anwendbarkeit zu testen. Daher spielen in meinem Training Sparring und Stresssituationen eine große Rolle.

Oft werden Realismus und Effizienz gleichgesetzt mit Minimalismus.
Diese Entwicklung gipfelt heutzutage in der inflationären Verbreitung stark reduzierter Selbstverteidigungssysteme.
Meines Erachtens ist dies auch in Hinsicht auf die realistische Anwendbarkeit von Kampfkunsttechniken eine bedenkliche Entwicklung.

Sicher, die Basis ist das Wichtigste!

Aber eine mit der Dauer des Trainings stetig zunehmende Komplexität von Bewegungsabläufen und Techniken lehrt uns eine größere Vielfalt an Reaktionen und Aktionen in realistischen Szenarien.

Stetig zunehmende Komplexität erhöht unsere Variabilität und vervielfacht unsere Optionen!

Und sie erhöht fortlaufend den positiven Stress im Training, was letztendlich wiederum zu mehr Gelassenheit führt.

Kontakt